Archiv für die Kategorie „seelensinn“

4. Advent

ein märchen zum 2. advent

ein kleiner baumwollfaden

es war einmal ein kleiner baumwollfaden, der hatte angst, dass es nicht ausreicht, so, wie er war: “für ein schiffstau bin ich viel zu schwach”, sagte er sich, “und für einen pullover zu kurz. an andere anzuknüpfen, habe ich viel zu viele hemmungen. für eine stickerei eigne ich mich auch nicht, dazu bin ich zu blass und farblos. ja, wenn ich aus lurex wäre, dann könnte ich eine stola verzieren oder ein kleid. aber so?! es reicht nicht! was kann ich schon? niemand braucht mich. niemand mag mich – und ich mich selbst am wenigsten.”
so sprach der kleine baumwollfaden, legte traurige musik auf und fühlte sich ganz niederge-schlagen in seinem selbstmitleid.

währenddessen läuft draußen in der kalten nacht ein klümpchen wachs in der beängstigenden dunkelheit verzweifelt umher. “für eine dicke weihnachtskerze bin ich viel zu klein” jammert es “und wärmen kann ich kleines ding alleine auch niemanden. um schmuck für eine tolle große kerze zu sein, bin ich zu langweilig. ach was soll ich denn nur tun, so alleine in der dunkelheit?”

da kommt das kleine klümpchen wachs am häuschen des baumwollfadens vorbei! und da es so sehr fror und seine angst so riesig war, klopfte es schüchten an die türe.
als es den niedergeschlagenen kleinen baumwollfaden sah, kam ihm ein wundeschöner gedanke. eifrig sagte das wachs: “lass dich doch nicht so hängen, du baumwollfaden. ich hab’ da so eine idee: wir beide tun uns zusammen. für eine große weihnachtskerze bist du zwar als docht zu kurz und ich hab’ dafür nicht genug wachs, aber für ein teelicht reicht es allemal. es ist doch viel besser, ein kleines licht anzuzünden, als immer nur über die dunkelheit zu jammern!”

ein kleines lächeln huschte über das gesicht des baumwollfadens und er wurde plötzlich ganz glücklich. er tat sich mit dem klümpchen wachs zusammen und sagte: “nun hat mein dasein doch einen sinn.”

wer weiß, vielleicht gibt es in der welt noch mehr kurze baumwollfäden und kleine wachsklümpchen, die sich zusammentun könnten, um der welt zu leuchten?!

autor unbekannt – via weihnachtsstadt.de Diesen Beitrag weiterlesen »

maske

…echte liebe erkennt man daran,
dass sie auf der bühne des lebens
nie mit maske auftritt…
© ernst ferstl

zeit und raum

 

… und es geht ein ruck

durch zeit und raum

für einen kurzen moment

nicht länger als ein wimpernschlag

hält der wind inne

die planeten stoppen ihre bahn

jegliche geräusche verstummen

alle bekannten ordnungen verlieren bestand

… und das universum

für kaum jemanden bemerkbar

hat sich neu sortiert

seelenfenster

Von Zeit zu Zeit sich zurückziehen
in das Haus unserer Seele,
schweigen, ausruhen,
ganz für sich sein.
Die Seelenfenster vom Staub
des Alltags befreien,
an verschlossenen Türen rütteln,
sich selber auf den Grund gehen.
Und dann hinaustreten in die Sonne:
Da bin ich wieder!

Jochen Mariss

 

glück

glück ist, wenn uns das leben
seine schönste seite zeigt.

© ernst ferstl

…und gestern war so ein tag! ein tag mit vielen lieben briefen, mails, telefonaten, in runde sitzen mit menschen, die mir im herzen liegen. danke, es war einfach schön.

für zwei,…

…die sich gefunden haben!

die tür zwischen zwei herzen öffnen,
wider alle furcht,
wider alle zweifel,
wider alle vernunft.
mit staunenden augen eintreten
in die fremde seelenlandschaft.
den bloßen fuß behutsam
auf weiches moos setzen.
ganz leise sein
im zauberwald des zögerns.
lauschen, riechen,
die stämme der bäume anfassen.
sich verirren in einem dickicht
aus wohlbehagen.
hand in hand.

© jochen marris (mit freundlicher genehmigung des autors)

Mai 2012
M D M D F S S
« Okt    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

nur die liebe verleiht uns die kraft, mit dem herzen denken und mit dem hirn fühlen zu können.
© ernst ferstl

wechselwolke