Artikel-Schlagworte: „die jungs“
wenn ich vorstellen darf…
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da hier immer mal wieder von den „jungs“ die rede ist, glaube ich fast, ich müßte das mal erklären bzw. diese truppe hier mal vorstellen.
vor ungefähr 20 monaten waren sie plötzlich da, einfach so aus dem nichts mitten in mein leben gestolpert. ohne vorankündigung oder erklärung, hingen sie von da an in meinem alltag ab, haben beobachtet, belauscht, beschützt, angespornt und auch oft genug kommentiert, was ich so treibe. Es sind vier bzw. manchmal auch fünf (der eine ist wohl irgendwie für den „aussendienst“ zuständig, vielleicht es es aber auch nur der kundschafter von der „zentrale“) und sie zu beschreiben ist eine echte aufgabe. alterslos sind sie und das meine ich wirklich, denn es gibt sie wohl schon seit einer ewigkeit. das ist so ähnlich wie mit gott, den wir uns immer als großvater bestenfalls als in die jahre kommenen spät-vater vorstellen, während sich sein sproß ja so wie ein nicht alternder, 2000jähriger hippie darstellt, den du auch mal um das eine oder andere blatt des fünffingrigen krauts anbetteln darfst. na ja, jedenfalls sind die jungs von ihrer statur her nicht so groß, würden eher als pupertierende jugendliche durchgehen, sportlich locker gekleidet, im sommer mit baseballkappe ( schild natürlich im nacken ) und im winter mit dem model pudel ( mit und ohne bommel ) auf dem kopf. meistens hat man den eindruck, sie lungern nur irgendwie da rum, mit viel spaß am unsinn und am aushecken von streichen. seit der winter so lang und kalt war, und ich habe ja immer noch das gefühl von winter, sind sie auch oft mit ihrer tonne aus der abteilung „ausrangiertes ölfass“ unterwegs und du triffst sie nahezu überall wie sie sich ihre hände wärmen und rumgickeln, den schalk im genick.
aber hey, wenn du sie wirklich brauchst und einen auftrag für sie hast, dann sind sie nicht mehr zu bremsen. manchmal schiessen sie da schon über ihr ziel hinaus und du mußt dir wirklich genaustens überlegen, wie du die aufgabenstellung formulierst. ich gebe mal ein beispiel, sozusagen, die mutter der beispiele überhaupt, der ultimative test und beweis, dass es sich bei den „jungs“ nicht um irgendwelche polentrupps handelt, sondern eben um DIE „jungs“.
ich wohne mitten in der stadt und wenn hier wirklich was rar ist, dann sind das parkplätze. du bist der könig, wenn du hier im viertel einen stellplatz oder eine garage hast und ich bin nicht mal prinzessin. also dachte ich mir am anfang unserer fünferbeziehung, sollen sie doch mal was tun für ihr geld. achtung hier kommt ein auftrag! ich komme also abends vom besuch einer freundin nachhause, zur besten „jetzt-findest-du-garantiert-keinen-parkplatz“-zeit, so gegen 22.00 uhr und beauftrage den trupp mir einen parkplatz zu besorgen. wie und wo ist mir egal, nur sehr nah zu meiner wohnung und groß genug, dass ich mit meinem auto reinpasse, also fangt mal an zu schaufeln. glaubt’s oder auch nicht, direkt vor der haustür habe ich an dem abend geparkt. ok, ok, kann zufall sein, lässt sich nur durch wiederholung bestätigen oder auch eben nicht. ich mache es jetzt kurz, denn seit dieser zeit, habe ich kein problem mehr mit der parkerei (und es gab eine zeit, da war ich nahe dran umzuziehen, wegen dieser blöden abendlichen sucherei). ich bestelle einen parkplatz bei den jungs und er wird geliefert, aber wie gesagt, der autrag muss klar formuliert sein, ansonsten gibt es zwar ‘ne lücke, in die ich passe, aber nicht so nah, wie ich es wünsche.
hört sich ganz schön strange an, was? denn spätestens an dieser stelle wird dem geneigten leser klar, dass es sich bei meinen „freunden“ um keine kerle aus fleisch und blut handelt. Auch weiß ich, dass ich geistig vollkommen gesund bin ( ja, ja, liebschwesterlein, ich weiß, das sagen die in der psychiatrie auch) und ich habe auch weder wahnvorstellungen noch paranoia noch sonst einen defekt. die „jungs“ gibt’s schon immer, nur hießen die früher anders und der umgang mit ihnen war auch etwas anders. wenn ihr gucken wollt, ein paar kumpels von meinen sind z.b. in der sixtinischen kapelle abgebildet. letzlich handelt es sich um nichts anderes als den glauben daran, dass es irgendetwas gibt, was, wenn du denkst, alle welt habe dich verlassen, doch da ist. nenn es gott oder universum, vorhersehung oder schicksal, new-age-eso-geschwafel oder einfach nur glaube.
es gibt da hartnäckige zweifler und realisten in meinem bekanntenkreis und als ich denen vor fast zwei jahren von einem buch mit dem merkwürdigen titel „bestellungen beim universum“ von bärbel mohr erzählt habe, haben die doch sehr an mir gezweifelt. aber spätestens nach ein paar eigenen parkplatz-erfahrungen, nämlich immer dann, wenn sie mich besucht haben
, waren sie doch sehr erstaunt.
ich möchte jedenfalls nicht mehr auf meine „kerls“ verzichten. klar, wie bei allen freunden, hat man mal weniger oder mehr kontakt, ist sich mal mehr oder weniger nah, aber weg sind sie nie und manchmal, wenn ich das gefühl habe, denen ist gerade echt langweilig und sie sind grad am einschlafen, dann werfe ich von meinem balkon aus einen imaginären stein gegen ihre tonne und rüttel sie schon wach mit irgendwelchen unmöglichen aufträgen. übrigens: als ich letzte woche wo hin musste, wo ich vorher noch nie war und mir meinen google-map-plan ausgedruckt habe, dachte ich, so ein navi, das wäre schon richtig gut. jungs, wie wär’s? ( und es war echt nur spaß von MEINER seite aus) und wisst ihr was, gerade als ich diesen text hier schreibe, ruft mein liebster alter schulfreund an und fragt, ob ich sein altes navi haben möchte.
it’s magic, immer wieder aufs neue…
in diesem sinne: gouds nächtle und träumt was schönes.