dornröschen hat ausgeschlafen

… ja, es scheint wirklich wahr zu sein. sie ist wieder da.

komischerweise war ich gedanklich so oft hier, aber unmöglich die vielen wirren gedanken zu greifen und aufzuschreiben. vermutlich… wenn ich es getan hätte, wären die jungs mit den weißen jäckchen gekommen. also ist es dann doch besser, die klappe zu halten.
zurückgelehnt und beobachtet, was kopf und herz da so durcheinander warfen. sekundensplitter, kleine und große worte. fragmente, die der anfang eines romans hätten werden können. augenblicke, die verwirrten. und meistens keinen zettel oder im glücklichsten fall kein laptop zur hand. geformte sätze verschoben auf später oder wenigstens nachher. und was war dann? ich sitze vor jungfräulichem papier und kriege mit viel anstrengung meinen namen zusammen. die haare hab ich mir gerauft, bis sie wild vom kopf abstanden. aber die worte wollten einfach nicht fließen. ihren festeingenommen platz im bauch nicht verlassen.

als wir in dänemark waren, schrieb ich tagebuch. ganz einfach nur für uns zum erinnern. lachen, mit dem kopf nicken “achja, so war das…!” zum sentimentalen blues inklusive kloss im hals, wenn dann auch noch unsere musik dazu spielt. am letzten nachmittag sass ich in den dünen. beobachtete das wasser, die sonne wärmte meine haut, umschmeichelnder wind. ich ließ meinen gedanken freien lauf und konnte mich nur wundern, welche mosaikstücke sich da formten. als würde ich in einem buch schmökern, so konnte ich die gedanken lesen…
es wäre ein liebevoller einstieg in einen roman geworden. betonung liegt auf “wäre”… wenn die sache mit dem fehlenden papier…

vielleicht kommt das ganze daher, dass ich in den letzten monaten mit einigen dingen zur ruhe gekommen bin. ein stück weit die seele sich geöffnet hat und sogar eine totgeglaubte freundschaft wieder am aufleben ist. natürlich wurden viele unzählige gespräche geführt. verletzungen ein letztes mal hervorgeholt und aufgearbeitet. ein strich unter vergangenes gezogen, um dem neuanfang raum und zeit zu geben. übernächstes wochenende sehen wir uns wieder. aufregend wird es sicherlich werden.

tja… und dann kam mein geburtstag. liebschwesterlein schenkte mir ein buch. ein buch, das mich so sehr berührt mit seiner magie. die kapitel mir einteile wie pralinen, um lange genug genießen zu können. wenn ich es dann weglege, haben die menschen aus dem buch gesichter. gesichter, die mich begleiten. situationen, die ich nachfühle. ich sehe ihr lachen, unsicherheit, die ganze neugier, den neuentdeckten mut und bei allem liegt der geruch des meeres in der luft. und ich das gefühl habe, ein teil der geschichte zu sein. oder ist es ein teil meiner geschichte? ein anstoss das eigene leben mehr zu leben und es mit jeder sekunde zu lieben?
liebevoll erzählt die autorin winzigste details. eine hommage an das leben…
wer nun wissen möchte, welches buch ich hier so in den himmel hebe… die mondspielerin von nina george

ps. sitze im schwarzwald in unserer grünbunten oase. vielleicht fließen hier worte doch besser. ein wenig frühherbstlicher zauber?

2 Kommentare zu „dornröschen hat ausgeschlafen“

Kommentieren

Mai 2012
M D M D F S S
« Okt    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

nur die liebe verleiht uns die kraft, mit dem herzen denken und mit dem hirn fühlen zu können.
© ernst ferstl

wechselwolke